Wutausbrüche gehören in vielen Bereichen des Lebens zur Tagesordnung – sei es im privaten Umfeld, im Job oder hinterm Steuer. Max Siegloch, Coach bei der myConsult OHG, analysiert in einem Live-Vortrag auf dem AutomotiveTalk Köln die Mechanismen von Wut. Er macht deutlich, wie tief diese Emotion verwurzelt ist, wie sie Beziehungen gefährden kann und welche konkreten Schritte helfen, die Kontrolle zu behalten. Tickets für den nächsten Automotive Talk Köln noch verfügbar: Hier klicken
Wut als Signal: Warum sie entsteht und was sie auslöst
Wut ist kein Zeichen von Schwäche oder Kontrollverlust, sondern ein starkes emotionales Signal. Sie entsteht, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden, wenn etwas gegen den eigenen Willen passiert. Der Auslöser liegt dabei oft im direkten Umfeld – ein unpünktlicher Mitarbeiter, ein fehlerhaft geliefertes Ersatzteil oder ein unaufmerksamer Autofahrer. Doch die eigentliche Ursache liegt tiefer: Stress, Überforderung, Ängste oder alte biografische Muster wirken oft im Hintergrund.
Siegloch beschreibt Wut als „heimtückisches Gift“, das sowohl den Auslösenden als auch das Umfeld schädigt – besonders in Abhängigkeitsverhältnissen wie zwischen Vorgesetzten und Team oder zwischen Eltern und Kindern. Wutausbrüche zielen darauf ab, Macht durchzusetzen – kurzfristig vielleicht effektiv, langfristig jedoch zerstörerisch.
Drei Strategien für den Alltag: Durchatmen, Reflektieren, Hinterfragen
Wie lässt sich die eigene Wut also besser handhaben? Der Vortrag liefert drei praktikable Methoden, die sich leicht in den Berufsalltag integrieren lassen – besonders für Menschen in stressbelasteten Situationen wie Werkstattbetreiber, Führungskräfte oder Außendienstmitarbeiter.
1. Durchatmen – bevor es eskaliert
Klingt simpel, ist aber wirkungsvoll. Das bewusste Innehalten unterbricht das automatische Reaktionsmuster. Statt sofort zu explodieren, hilft ein tiefer Atemzug, wieder Zugang zum rationalen Denken zu bekommen. Siegloch vergleicht das mit dem roten Punkt auf dem Lenkrad: ein visuelles Signal, das an das eigene Vorhaben erinnert, erst durchzuatmen.
2. Die Herkunft der Wut hinterfragen
Oft richtet sich die Wut nicht gegen die eigentliche Situation, sondern speist sich aus tieferliegenden Themen. Wer fragt: „Woher kommt meine Wut wirklich?“, findet häufig verborgene Motive. Vielleicht geht es nicht um die verspätete Lieferung, sondern um das Gefühl, keine Kontrolle zu haben.
3. Die zugrunde liegende Angst erkennen
Wut ist oft eine Tarnung für Angst – Angst vor Kontrollverlust, vor dem Scheitern oder davor, nicht ernst genommen zu werden. Wer in sich hineinhorcht und fragt: „Wovor habe ich gerade Angst?“, bekommt Klarheit. Diese Erkenntnis ermöglicht einen bewussteren, weniger impulsiven Umgang mit belastenden Situationen.
Vom impulsiven Ausbruch zur bewussten Reaktion
Im Beispiel des historischen Wutausbruchs von Mahatma Gandhi gegenüber seinem Sohn zeigt sich die Tragweite unkontrollierter Wut. Ein einziger Moment der Eskalation kann Beziehungen dauerhaft beschädigen. Auch im heutigen Berufsalltag sind es oft diese „einen“ Momente – ein scharfer Ton, ein überzogener Vorwurf – die Vertrauen und Zusammenarbeit gefährden.
Gerade in Branchen mit hohem Druck wie dem Kfz-Gewerbe ist es entscheidend, bewusst mit Emotionen umzugehen. Führungskräfte, Werkstattmeister oder Vertriebsprofis stehen häufig unter Zeitdruck, tragen Verantwortung und müssen gleichzeitig empathisch handeln.
Fazit: Emotionale Kompetenz als Schlüssel zur Konfliktvermeidung
Der kontrollierte Umgang mit Wut ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck emotionaler Kompetenz. Wer sich der eigenen Impulse bewusst wird, kann Konflikte vermeiden, Beziehungen stärken und souveräner handeln. Die vorgestellten drei Strategien lassen sich ohne großen Aufwand im Alltag erproben – durch kleine Erinnerungen wie ein Klebepunkt am Monitor oder am Lenkrad.
Langfristig profitieren nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch das gesamte Arbeitsumfeld. Denn eine Werkstatt, ein Vertriebsteam oder eine Führungsetage, die wutfrei agiert, arbeitet produktiver, respektvoller – und nachhaltiger. AMtalk / Automotive Talk Köln